Abschlussveranstaltung mit den Energiescouts in Lindenstruth

Lindenstruth (alb) Dipl. Ing. Peter Momper, Geschäftsführer der in Heuchelheim ansässigen Klimaschutz- und Energieagentur Mittelhessen und Dipl. Biol. Anette Kurth hatten die Energiescouts, die im Sommer in Lindenstruth eine Befragung der im Dorferneuerungsgebiet liegenden Haushalte durchgeführt hatten, zu einer Abschlussveranstaltung in die Gaststätte Zur Traube eingeladen. Im Rahmen des Projektes  „Energieeffizienz in der Dorferneuerung“ hatten die Bürgerinnen und Bürger aus Lindenstruth die Möglichkeit, sich kostenfrei und eingehend über Maßnahmen der Gebäudesanierung zu informieren und einen Fragebogen auszufüllen. Aufgrund dieser Daten ist dann für jeden Haushalt, der an der Befragung durch die Energiescouts teilgenommen hatte, der „Energiepass Hessen“ erstellt und zugesandt worden. 
Positiv herausgestellt wurde, dass es sehr hilfreich war, dass die Befragungen durch Personen durchgeführt worden sind, die in der jeweiligen Nachbarschaft wohnen und deshalb über den persönlichen Kontakt eher die Bereitschaft zur Teilnahme gefunden haben. Die in Lindenstruth tätigen Energiescouts Ulrike Kühn-Polzin, Uwe Weimer, Arno Grün, Holger Kühn, Manfred Gössl, Michael Albach und Gerhard Albach bestätigten eine zeitaufwendige Befragung, die mindestens zwei Stunden  pro Fragebogen erfordert hätten, da fast kein Anwesen mit dem anderen vergleichbar war und vorher kaum vorstellbare Konstellationen vor Ort vorgefunden wurden. Oftmals mussten Vermessungen durchgeführt werden, da entweder keine Pläne vorhanden oder nicht aktuell waren.

Trotz allem waren die Scouts sehr positiv von der ganzen Maßnahme angetan und überzeugt, auch bei den Hausbewohnern zumindest ein Überdenken des energetischen Zustandes ihrer Häuser bewirkt zu haben. Obwohl in Lindenstruth ein Rücklauf der Bögen von über 50%  (46 von 90 möglichen) zu verzeichnen war, was ein sehr gutes Ergebnis darstellt, „sei es Schade, dass nicht noch mehr Bewohner diese einmalige Möglichkeit der kostenlosen Untersuchung ihrer Häuser wahrgenommen hätten“, bedauerte Ortsvorsteher Gerhard Albach.

Private Haushalte verbrauchen im Landkreis Gießen annähernd 50% der Endenergie, wobei der Hauptteil dabei für die Versorgung mit Wärme und Strom benötigt wird. Der sparsame Umgang mit Energie sowie der Einsatz erneuerbarer Energien werden deshalb immer wichtigere Leitthemen in der ländlichen Strukturentwicklung und das Thema „Dämmung, Heizung und Fördermöglichkeiten“ wird sicher künftig zu einem Dauerthema werden. In dem Energiepass sind der Zustand der Immobilie, die energetischen Schwachstellen, jetzige und künftige Heizkosten und Berechnungsdaten enthalten. 
Peter Momper betonte, „dass es bei all diesen Themen nicht nur um den Umweltschutz und Energieeinsparung gehe, sondern schlicht und einfach auch um den eigenen Geldbeutel“. Er erläutere die Gesamtzusammenfassung der erstellten Energiepässe und stellte fest, dass zwar viele Häuser durchaus im landesweiten Durchschnitt liegen, aber gerade bei diesen Liegenschaften oftmals mit relativ kleinen Maßnahmen Energie eingespart werden könne. 
Neben dem Gebäudezustand sind auch der Energieeinsatz und die Energieverluste in dem Energiepass  aufgeführt und die prognostizierte Entwicklung der Heizkosten  in Euro. Auch Handlungs- und Maßnahmeempfehlungen, Investitionsmöglichkeiten und Gesamteinsparprogramme sind enthalten. Ob, wann und in welcher Form diese Möglichkeiten umgesetzt werden entscheidet letztendlich immer jeder Hauseigentümer selbst. Im Frühjahr 2013 werden alle betroffenen Haushalte noch einmal zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Der Termin wird noch bekannt gegeben und die Hauseigentümer mit persönlichen Schreiben eingeladen.