Reiskirchen

Der Ortsteil Reiskirchen wird in einer Schenkungsurkunde des Kaisers Otto ll. vom 24.05.975 erstmals urkundlich erwähnt. Hierin ist festgelegt, dass Kaiser Otto ll. seinem getreuen Otrecht zur Belohnung seiner Dienste die dem Gerricus zu Gunsten des Fiskus abgesprochene Besitzung Richolveschirica schenkt.
Ende des 12. Jahrhunderts wurden die Grafen von Ebstein mit Reiskirchen belehnt. In der Folgezeit befindet Reiskirchen sich im Besitz einer Reihe hessischer Adliger. Bis zur Abtretung an Hessen im Jahre 1826 unterstand Reiskirchen der Gerichtsbarkeit der Herren von Buseck. Der Ortsname in seiner heutigen Schreibweise kommt 1558 erstmals vor.
1669 wurden in Reiskirchen 178 Seelen gezählt, in Burkhardsfelden waren es zur gleichen Zeit nur 10 Personen weniger. Zweihundert Jahre später war die Einwohnerzahl auf etwa 700 angestiegen. Im Jahr 2004 sind 4.145 Personen hier gemeldet. Die Großgemeinde setzt sich aus acht Ortsteilen zusammen, 38% der Bevölkerung leben im Ortsteil Reiskirchen. Wer sich eingehender mit der interessanten Geschichte unserer Großgemeinde beschäftigen möchte, dem sei die Heimatgeschichtliche Vereinigung e.V., Oberdorfstr. 19 in Reiskirchen empfohlen. Sie hat eine erstaunliche Anzahl geschichtlicher Schriften und Bücher verschiedener Autoren herausgegeben, viele übrigens aus der Feder von Gustav Ernst Köhler, der sich mit seinen Arbeiten einen Namen gemacht hat, weit über die Ortsgrenzen hinaus.

PFARRHOF UND HEIMATMUSEUM

Kirche, Pfarrhof und Hirtenhaus bilden zusammen mit der Oberdorfstraße das Herz von Reiskirchen und sind auch gleichzeitig das Schmuckkästchen. Bei den alljährlichen Märkten liegt hier das Zentrum des Geschehens. Heimatmuseum “Hirtenhaus” Das Fachwerkhaus, das jetzt das Heimatmuseum beherbergt, ist das älteste erhaltene Wohnhaus von Reiskirchen. Es muss um 1700 erbaut worden sein und aus Unterlagen von 1819 geht hervor, dass das Haus in zwei (!) Wohnungen geteilt war und hier die Gemeindehirten gelebt haben.
Das Haus wurde von Mitgliedern der Heimatgeschichtlichen Vereinigung Reiskirchen e.V. von Grund auf renoviert und mit Mobiliar und Utensilien aus den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts ausgestattet. Das Museum zeigt eindrucksvoll, wie einfach und bescheiden eine dörfliche Kleinfamilie vor nur 100 Jahren gelebt und gewohnt hat.

EVANGELISCHE KIRCHE

Von “Richolveschiricha”, der von Richolf gestifteten Kirche, sind nur noch die Grundmauern des Chorturms aus der Zeit um 1300 erhalten. In Jahre 1613 kam es in der Osternacht zu einem großen Brand, der auch die Kirche zerstörte. Sie wurde in den folgenden Jahren wieder aufgebaut. 1769 wurde ein neuer, steinerer Turm errichtet und das Kirchenschiff vergrößert. Auch die Kanzel stammt aus dieser Zeit. Das Schiff ist zwar in der Anlage spätbarock, hat aber viele klassizistische Stilelemente und war für seine Zeit sehr modern. Die letzte große Renovierung und teilweise Neugestaltung wurde vor 10 Jahren durchgeführt.

KIRSCHBERGSCHULE

Die erste Mittelpunktschule des Landkreises Gießen wurde am 08.09.1963 in Reiskirchen, Kirschbergstraße, eingeweiht. Die Grundschüler von Burkhards-felden, Hattenrod, Lindenstruth, Reiskirchen, Saasen und Winnerod werden hier in 15 Klassen unterrichtet. Für die Ettingshäuser Kinder gibt es eine Grundschule im Ort und die Kinder aus Bersrod gehen in Beuern zur Grundschule.

Die Wieseckbrücke in Reiskirchen

Fenster im Chor (Ausschnitt)

Eine Schule im Grünen

Kunst im Pausenhof "Jüngling/ Geisteserwachen"

Abenteuerspielplatz

Gemeindeverwaltung

Alte Schule in der Schulstraße

Pfarrhof mit Kirche

Links der Pfarrhof und rechts das Heimatmuseum

Heimatmuseum Hirtenhaus

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