Winnerod

Eine Kirche, ein Hofgut und ein paar Häuser, umgeben von Wiesen und Wäldern, landschaftlich überaus reizvoll im Tal zwischen Burgwald, Sengkopf und Walbersberg gelegen, das ist Winnerod (2004: 34 Einwohner). Winnerod wurde erstmals 1252 erwähnt, war aber wahrscheinlich, wie das nahe Lindenstruth, schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, Bronzefunde aus der Latène-Zeit (jüngere Eisenzeit 500-15 v.Chr.) sprechen dafür. Winnerod hatte nicht nur als Kirchdorf Bedeutung, sondern auch als “Malstätte” (nach dem mittelhochdeutschen Wort "mahel" für Gerichtsstätte). Außerdem war Winnerod “sedes”, das heißt ein Sendgerichtssprengel, ein Pfarrort, an dem das geistliche Gericht mehrmals im Jahr zusammentrat, um die würdige Verwahrung des Altarsakraments, die Einhaltung der hohen Feiertage, die Entrichtung der Zehnten und Opfer, die Verwendung des Kirchengutes u.a. zu überprüfen.
Das ehemals adlige Hofgut mit seinen Wirtschaftsgebäuden und dem dreigeschossigen Fachwerk-Herrenhaus steht heute unter Denkmalschutz. Der Freiherr von Zwierlein ließ das Herrenhaus 1800/01 errichten. Es gehört zu den größten Fachwerkbauten im Umkreis von Gießen. Der Südtrakt dieses Gutshofes bietet heute einem Golfclub und einem Restaurant Platz.

Die Kirche

Die Kirche von Winnerod wird 1250 erstmals in einer Urkunde des Klosters Arnsburg genannt, ist zu diesem Zeitpunkt aber schon alt. Sie besteht aus einem spätromanischen Langschiffbau und einem romanischen Chor. Es handelt sich aller Wahrscheinlichkeit nach um eine Eigenkirche, die von der Adelsfamilie des Gutshofes von “Wynderode” als Begräbnisstätte erbaut wurde.

Winnerod - Luftbild 1996

Farbenprächtiges Fenster der Winneröder Kirche

Die Südseite der Kirche mit den alten Grabplatten

Grabdenkmal Ebert von Windhausen

Doppelstein Johann v. Windhausen

Taufbecken aus Lungstein