Pressemitteilung Gemeinde Reiskirchen zu der Waldsperrung im Waldgebiet „Am Nonn“ im OT Reiskirchen aufgrund des Verdachts der Rußrindenkrankheit beim Ahorn

Ab dem 28.02.2019 werden große Teile des Waldes „Am Nonn“ bei Reiskirchen gesperrt und dürfen bis auf Weiteres von der Bevölkerung nicht betreten werden. Die Sperrung auf dem Besitztum der Gemeinde Reiskirchen findet nach enger Absprache mit dem Forstamt Wettenberg durch die Untere Forstbehörde statt. Entsprechende Hinweisschilder wurden angebracht.

Grund ist ein Verdachts-Befall des Bergahorn mit der Rußrindenkrankheit. Die Krankheit wird durch einen Pilz (Cryptostroma corticale) ausgelöst, welcher zum Absterben der befallenen Bäume führt. Die schwarzen Sporen des Pilzes (daher der Name Rußrindenkrankheit), welche im Endstadium der Erkrankung auftreten, können durch Einatmen bei Menschen zu Atembeschwerden, allergischen Reaktionen sowie Lungenschädigungen führen.
Die befallenen Bereiche sind daher bis zur weiteren Klärung für den Erholungs- und Besucherverkehr gesperrt.

Die Rußrindenkrankheit hat ihr Hauptverbreitungsgebiet in Nordamerika. 2006 wurde sie erstmalig in Deutschland nachgewiesen. Befallen waren bislang meist einzelne Bäume, vermehrt in Parks und öffentlichen Grünanlagen. Ein flächenhafter massiver Befall mit der Rußrindenkrankheit wurde in Deutschland bislang nicht bekannt. Die Diagnose ist oft schwierig, da der Erreger mehrere Jahre unter der Rinde verborgen bleibt. Erst im Endstadium platzt bei befallenen Bäumen die Rinde auf und die typische schwarze Sporenschicht wird sichtbar. Besonders der trockene Sommer 2018 hat die Bäume sehr stark geschwächt, so dass sich der Pilz mit großer Geschwindigkeit vermehren konnte und die Krankheit im Endstadium sichtbar wurde. Neben anderen Baumarten wie die Rotbuche oder die Fichte bekommt somit eine weitere Baumart die Folgen des Klimawandels zu spüren.

Aufgrund der geringen Erfahrungen mit der Rußrindenkrankheit in Deutschland werden strenge Maßnahmen zum Gesundheitsschutz ergriffen. Die Zerstörung der Ahornwälder durch die Rußrindenkrankheit hat sowohl schwerwiegende ökologische Folgen für den Wald, als auch ökonomische Folgen für die Waldbesitzer.

Die Bevölkerung wird um Verständnis für diese Maßnahme, die zur Gefahrenabwehr zwingend erforderlich wurde, gebeten.

Sobald nähere Erkenntnisse vorliegen, wird die Gemeinde Reiskirchen die Bevölkerung über die Tageszeitungen erneut informieren.

Quellen:

NW-FVA (NORDWESTDEUTSCHE FORSTLICHE VERSUCHSANSTALT)(2018): Waldschutzinfo Nr. 10/2018: Rußrindenkrankheit an Ahorn (Cryptostroma corticale), Abteilung Waldschutz, Göttigen

SVLFG (SOZIALVERSICHERUNG FÜR LANDWIRTSCHAFT, FORSTEN UND GARTENBAU) (2018): Biologische Arbeitsstoffe – Gefährdungen, Schutzmaßnahmen, Musterbetriebsanweisungen, Erreger der Rußrindenkrankheit des Ahorns: Cryptostroma corticale)

Hessisches Waldgesetz (2013) §§ 7ff