Pressemitteilung Gemeindewald Reiskirchen zu der Waldsperrung im Forstort Nonnköppel aufgrund der Rußrindenkrankheit

logoVon:   Gemeinde Reiskirchen
An:   Presseverteiler
Datum:  07. März 2019

Pressemitteilung Gemeindewald Reiskirchen zu der
Waldsperrung im Forstort Nonnköppel aufgrund der Rußrindenkrankheit

Seit dem 28.02.2019 ist der Forstort „Nonnköppel“ wegen des Verdachts der Rußrindenkrankheit im Gemeindewald Reiskirchen für das Betreten der Bevölkerung gesperrt. Die Sperrung erfolgte als Vorsichtsmaßnahme nach enger Absprache zwischen dem Waldeigentümer und dem Forstamt Wettenberg.

Inzwischen hat sich der Verdacht des Befalls durch den Rußrindenpilz bestätigt. Am 05.03.2019 fand in dem Waldgebiet ein Ortstermin mit Herrn Peter Gawehn, Abteilung Waldschutz, der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA), zusammen mit Herrn Heinz-Jürgen Schmoll als Vertreter des Forstamtes Wettenberg und dem örtlichen Revierförster Herrn Dieter Illhardt statt. Hierbei wurden die Flächen untersucht und Proben der Pilzsporen zur näheren Untersuchung genommen. Dabei wurde festgestellt, dass äußerlich sichtbar an etwa 10% der stehenden Bergahorn-Bäume die schwarzen rußfarbigen Sporen zu erkennen sind. Diese Bäume sind abgestorben. Wie hoch der genaue Befall ist, können erst nähere Untersuchungen in den kommenden Monaten zeigen.

Wenn das genaue Ausmaß der Schädigung feststeht, wird der Gemeindevorstand dann entscheiden müssen, wie mit der Fläche und den dort stehenden Bäumen umzugehen ist.

Rußrindenpilz an Bergahorn (Foto: D. Illhardt)Die befallenen Bereiche sind daher bis nach der Rodung und Entsorgung der befallenen Bäume für den Erholungs- und Besucherverkehr gesperrt.

Die Rußrindenkrankheit hat ihr Hauptverbreitungsgebiet in Nordamerika. 2006 wurde sie erstmalig in Deutschland nachgewiesen. Die Diagnose ist oft schwierig, da der Erreger mehrere Jahre unter der Rinde verborgen bleibt. Erst im Endstadium platzt bei befallenen Bäumen die Rinde auf und die typische schwarze Sporenschicht wird sichtbar. Besonders der trockene Sommer 2018 hat die Bäume sehr stark geschwächt, so dass sich der Pilz mit großer Geschwindigkeit vermehren konnte und die Krankheit im Endstadium sichtbar wurde.
Aufgrund der geringen Erfahrungen mit der Rußrindenkrankheit in Deutschland werden strenge Maßnahmen zum Gesundheitsschutz ergriffen. So ist auch die Arbeit in diesen Waldbeständen nur mit entsprechender Schutzkleidung möglich.

Die Bevölkerung wird gebeten, das Waldgebiet in den nächsten Monaten zu meiden und keinesfalls Bäume anzufassen, auf denen der schwarze Ruß aus Sporen zu erkennen ist.

Die Forstverwaltung ist derzeit dabei, die Waldflächen der Region bezüglich des Auftretens der Pilzerkrankung zu untersuchen und die Proben von der NW-FVA untersuchen zu lassen. Im Laufe des Jahres wird es eine Handlungsempfehlung geben, wie mit den Bäumen umzugehen ist.

Ein Merkblatt zur Rußrindenkrankheit kann über die Gemeindeverwaltung bezogen werden.

 

Quellen:
NW-FVA (NORDWESTDEUTSCHE FORSTLICHE VERSUCHSANSTALT)(2018): Waldschutzinfo Nr. 10/2018: Rußrindenkrankheit an Ahorn (Cryptostroma corticale), Abteilung Waldschutz, Göttigen

SVLFG (SOZIALVERSICHERUNG FÜR LANDWIRTSCHAFT, FORSTEN UND GARTENBAU) (2018): Biologische Arbeitsstoffe – Gefährdungen, Schutzmaßnahmen, Musterbetriebsanweisungen, Erreger der Rußrindenkrankheit des Ahorns: Cryptostroma corticale)

Hessisches Waldgesetz (2013) §§ 7ff
     

Für die Richtigkeit: